Schnupfen in der Schwangerschaft

Schnupfen in der Schwangerschaft Schwanger? Schnupfen? Sanfte Hilfe ist wichtig

Schnupfen in der Schwangerschaft ist keine Seltenheit. Zum einen ist das Immunsystem während der Schwangerschaft häufig geschwächt, sodass die Anfälligkeit für grippale Infekte steigt. Zum anderen kann chronischer Schnupfen in der Schwangerschaft unter anderem durch hormonelle Veränderungen ausgelöst werden. Erfahren Sie hier, was nun helfen kann.

Mögliche Ursachen

Wenn Schnupfen während der Schwangerschaft auftritt, kann dies verschiedene Ursachen haben.

Erkältungsschnupfen

Akuter Schnupfen in der Schwangerschaft ist meist Folge eines grippalen Infekts. Der Erkältungsschnupfen wird häufig von Husten, Halsschmerzen und Abgeschlagenheit begleitet. Ausgelöst wird er in der Regel von Viren. Diese haben in der Schwangerschaft oft leichtes Spiel, denn in dieser Zeit ist die Immunabwehr etwas abgeschwächt. Der Grund: Für den mütterlichen Organismus ist das ungeborene Baby eigentlich ein Fremdkörper. Denn es besteht zur Hälfte aus körperfremden Genen – nämlich denen des Mannes. Würde das Immunsystem bei Schwangeren auf Hochtouren arbeiten, würde der Körper das Baby wahrscheinlich abstoßen.

Schwangerschaftsrhinitis

Bei rund einem Viertel aller Schwangeren kommt es zu chronischem Schnupfen in der Schwangerschaft. Dieser wird von Experten als „Schwangerschaftsrhinitis“ oder „Rhinitis gravidarum“ bezeichnet. Die Ursachen sind noch nicht vollständig geklärt, allerdings scheinen hormonelle Einflüsse ebenso eine Rolle zu spielen, wie gewisse Risikofaktoren (z. B. Rauchen, Stress, Allergien). Meist beginnt der Schwangerschaftsschnupfen im zweiten Schwangerschaftsmonat und dauert etwa sechs Wochen. Einige Schwangere plagen sich allerdings auch die gesamte Schwangerschaft mit dem Schnupfen herum. Typische Symptome sind geschwollene Nasenschleimhäute und eine verstopfte Nase, häufiges Nasenbluten sowie Schnarchen und häufiges Aufwachen in der Nacht. Die gute Nachricht: Die Schwangerschaftsrhinitis ist zwar lästig, aber völlig ungefährlich für Ihr Baby.

Allergien

In der Schwangerschaft können sich vorhandene Heuschnupfen-Symptome und andere Allergien verstärken. Da zahlreiche Medikamente nicht für Schwangere und Stillende zugelassen sind, ist es wichtig, dass Sie die Behandlungsmöglichkeiten mit Ihrem Allergologen besprechen.

Grippe und Sinusitis

Tritt hohes Fieber auf oder fühlen Sie sich sehr krank, könnte eine Grippe hinter den Beschwerden stecken. In diesem Fall sollten Sie unbedingt Ihren Arzt aufsuchen, denn eine Grippe kann sowohl für Sie als auch für Ihr ungeborenes Baby gefährlich werden. Auch wenn eine verstopfte Nase mit Schmerzen in Kiefer-, Stirn- oder Nasennebenhöhlen einhergeht, ist ein Arztbesuch ratsam. Denn dann kann eine Sinusitis hinter den Beschwerden stecken. Ihr Arzt kann Ihnen dabei helfen, eine passende Therapie zu finden.

Schnupfen in der Schwangerschaft behandeln

Bei Erkältungsschnupfen oder einer Schwangerschaftsrhinitis können Sie zunächst folgende Basismaßnahmen versuchen:

  • Trinken Sie viel. Das kann die Verflüssigung des Nasensekrets unterstützen.
  • Inhalationen und Nasenspülungen können ebenfalls hilfreich sein.
  • Feuchte Umschläge auf der Nase wirken lindernd, vor allem wenn die Nasenschleimhäute trocken sind und es oft zu Nasenbluten kommt.
  • Befeuchten Sie zusätzlich die Raumluft – zum Beispiel mit speziellen Luftbefeuchtern oder indem Sie Ihre Wäsche im Schlafzimmer aufhängen.
  • Auch Stoßlüften ist hilfreich: Öffnen Sie zweimal täglich Ihre Fenster komplett und lüften Sie für fünf Minuten.
  • Ärzte empfehlen außerdem, täglich an die frische Luft zu gehen – denn auch das dient der Befeuchtung der Schleimhäute.
  • Schlafen Sie mit leicht erhöhtem Oberkörper. Das erleichtert die Nasenatmung.

Reichen diese Maßnahmen nicht aus, können nach Rücksprache mit Ihrem Arzt und nach einer sorgfältigen Nutzen-Risiko-Abwägung weitere Behandlungsoptionen in Frage kommen. Dazu zählen zum Beispiel niedrig dosierte abschwellende Nasensprays, die allerdings nur kurzzeitig für wenige Tage eingesetzt werden dürfen.

Wichtig: Wenden Sie sich unbedingt an Ihren Frauenarzt oder einen HNO-Arzt, wenn Sie den Verdacht haben, dass bei Ihnen eine Schwangerschaftsrhinitis vorliegen könnte.
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