Mittel gegen Schnupfen
Nasentropfen richtig anwenden

Schnupfen ist ein typisches Erkältungssymptom – und kann ganz schön nervig sein. Kein Wunder, dass man die Nase so schnell wie möglich wieder frei haben will. Schließlich stört die behinderte Nasenatmung nicht nur den Schlaf. Sie beeinträchtigt die Betroffenen auf vielfältige Weise und kann zum Beispiel auch die Entwicklung einer Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) begünstigen. Abschwellende Nasentropfen wirken schnell und machen die Nase rasch wieder frei. Doch wann sind Nasentropfen wirklich sinnvoll? In welchen Fällen sind salzhaltige Nasentropfen zu empfehlen? Und was sollte man bei der Anwendung beachten?
Warum Nasentropfen sinnvoll sind
Keine Frage: Der Schnupfen und die verstopfte Nase gehören wohl zu den lästigsten Symptomen einer Erkältung. Nachts raubt es einem den Schlaf, wenn man keine Luft bekommt. Und das, obwohl der Körper gerade jetzt seine Erholungsphasen dringend braucht, um gegen die Erkältung anzukämpfen. Doch nicht nur das: Tagsüber klagen Betroffene oft über einen „dicken Kopf“, die Stimme klingt belegt und der Hals ist trocken, weil man dauernd durch den Mund atmen muss. Außerdem werden die Nasennebenhöhlen nicht richtig belüftet, wenn die Nase verstopft ist. Der Schleim kann nicht mehr richtig abfließen. Das begünstigt die Entwicklung einer Sinusitis (Nasennebenhöhlenentzündung).
Insofern ist es sinnvoll und wichtig, etwas gegen den Schnupfen zu tun. Meist kommen Nasentropfen zum Einsatz. Dabei ist zu unterscheiden zwischen wirkstoffhaltigen Präparaten und solchen auf Basis von Kochsalzlösungen oder Meerwasser.
Abschwellende Nasentropfen machen die Nase nicht nur schnell wieder frei – sie sind speziell bei akutem Schnupfen, der im Rahmen einer Erkältung auftritt, auch medizinisch sinnvoll, um die Belüftung der Nasennebenhöhlen zu verbessern.
Abschwellende Nasentropfen: Wann können sie helfen?
Nasentropfen mit abschwellenden Wirkstoffen wie Xylometazolin wirken schnell gegen die verstopfte Nase. Sie führen zu einer Verengung der Blutgefäße in der Nasenschleimhaut und wirken auf diese Weise abschwellend. Schon kurz nach der Anwendung kann man in der Regel wieder frei durchatmen.
Zur kurzzeitigen Anwendung sind sie zum Beispiel geeignet…
- …bei akutem Schnupfen im Rahmen einer Erkältung
- …bei einer akuten Nasennebenhöhlenentzündung oder Mittelohrentzündung, um den Abfluss der Sekrete zu erleichtern
- …manchmal auch bei Heuschnupfen zu Therapiebeginn, um kurzzeitig eine Abschwellung der Nasenschleimhäute zu erreichen.
Nasentropfen mit abschwellenden Wirkstoffen stehen in verschiedenen Dosierungen für Erwachsene, Kinder und Säuglinge zur Verfügung. Achten Sie unbedingt darauf, dass Sie die jeweils richtige Dosierung verwenden und lesen Sie die Hinweise in der Packungsbeilage. Speziell bei Kindern kann eine zu hohe Dosierung ernste Folgen haben. Bei Babys und Kleinkindern sollte vor der Verabreichung von Medikamenten grundsätzlich der Kinderarzt um Rat gefragt werden. Lassen Sie sich dazu auch in Ihrer Apotheke beraten.
Abschwellende Nasentropfen sollten ohne Rücksprache mit dem Arzt nicht länger als 7 Tage verwendet werden. Ansonsten kann es zu einem Gewöhnungseffekt (Nasenspray-Abhängigkeit) kommen.
Salzhaltige Nasentropfen
Neben wirkstoffhaltigen Nasentropfen, die zu einer schnellen Abschwellung der Schleimhäute führen, gibt es auch salzhaltige Präparate auf Basis von Kochsalz- oder Meerwasserlösungen. Sie befeuchten und reinigen die Nasenschleimhäute und besitzen ebenfalls einen abschwellenden Effekt. Dieser scheint bei hypertonen Lösungen etwas stärker ausgeprägt zu sein.
Salzhaltige Nasentropfen: Effekte auf die Nasenschleimhaut
- Befeuchtung der Schleimhäute (z. B. auch bei trockener Heizungs- oder Klimaanlagen-Luft)
- Reinigung (z. B. Schleim, verkrustete Borken, Pollen, Krankheitserreger)
- Leicht abschwellende Wirkung
Ihr Vorteil ist, dass sie sehr gut verträglich sind und man sie daher in aller Regel auch längerfristig anwenden kann. Das ist vor allem bei chronischem Schnupfen ein wichtiger Pluspunkt, denn dann sind Nasensprays mit abschwellenden Wirkstoffen nicht geeignet. Auch Kinder und Babys, Schwangere sowie Heuschnupfen-Geplagte können von der Anwendung profitieren. Ein weiterer Tipp: Abschwellende Nasentropfen dürfen in der Regel maximal dreimal am Tag angewendet werden – zwischendurch können dann auch salzhaltige Nasentropfen zum Einsatz kommen.
Nasentropfen: Vorteile
Ob Nasenspray oder Nasentropfen? Das ist im Grunde eine Frage des Geschmacks. Dennoch bieten Nasentropfen einige Vorteile – zum Beispiel:
- Gute Dosierbarkeit: Durch die tropfenweise Anwendung lassen sich Nasentropfen in der Regel besser dosieren als Sprays – speziell bei Säuglingen und Kleinkindern ist das ein wichtiger Aspekt, da die Verabreichung einer zu hohen Wirkstoffdosis ernste Folgen haben kann.
- Für Babys geeignet: Bei Säuglingen werden Nasentropfen (in der geeigneten Dosierung) empfohlen, weil sie sanfter zur Nasenschleimhaut sind und sich besser dosieren lassen.
Mehr erfahren über Baby-Schnupfen - Empfehlenswert bei Sinusitis: In Rücklage mit nach hinten geneigtem Kopf gelangen Nasentropfen besser bis in die Nasennebenhöhlen.
- Als Einzeldosis-Pipetten erhältlich: Sind in einem Haushalt mehrere Personen erkältet, ist man oft versucht, sich ein Schnupfenmittel zu teilen. Das ist aber aus hygienischen Gründen nicht empfehlenswert. Eine gute Alternative bieten hygienische Einzeldosis-Pipetten.
Nasentropfen anwenden – so geht‘s
Damit Nasentropfen richtig wirken können, ist es wichtig, dass Sie sie richtig anwenden. So geht’s:
Schritt 1: Putzen Sie zunächst sanft die Nase, um sie von Sekret zu befreien.
Schritt 2: Den Kopf leicht in den Nacken legen, sodass der Tropfen tief in die Nasenhöhle laufen kann. Beim Einbringen tief durch die Nase einatmen und durch den Mund wieder ausatmen.
Schritt 3: Halten Sie die Pipette so lange zusammengedrückt, bis Sie sie wieder vollständig aus der Nase entfernt haben. So vermeiden Sie, dass Nasensekret aufgesaugt wird und die Lösung verunreinigt.
Schritt 4: Nach dem Einbringen in ein Nasenloch den Kopf sofort nach vorne beugen und leicht schütteln. Indem Sie sich nach vorne beugen, vermeiden Sie, dass der Wirkstoff in den Rachen läuft. Das Kopfschütteln dient dazu, den Wirkstoff auf der gesamten Nasenschleimhaut zu verteilen.
Schritt 5: Die vollständig entleerte Pipette unter lauwarmem Wasser abwaschen oder mit einem sauberen Papiertuch abwischen.
Schritt 6: Erst jetzt kommt das zweite Nasenloch dran. Wiederholen Sie die Schritte
1 bis 5.